Estrich-Feuchte-Begriffs-Bestimmungen


Baustoff

Baustoff, ist jede Material-Mischung, die im Wesentlichen aus pulver-artigem Bindemittel, festem Stein-Material und Wasser oder/und wasser-löslichen Emulsionen besteht.


Bindemittel

Als Bindemittel bezeichnet man den Rohstoff, der, in Verbindung mit Wasser, zum "Klebstoff" zwischen dem Zuschlagstoff (Sandmischung) und dem Wasser dient.

Bindemittel sind

  • Zement-Pulver ergibt mit Wasser angerührt, Zement-Leim (oder Zement-"Milch")
  • Gips-Pulver ergibt mit Wasser angerührt, Gips-Putz
  • Cellulose-Pulver ergibt mit Wasser angerührt, Tapeten-Kleister

Zuschlagstoff

Zuschlagstoffe bestehen aus unterschiedlich großen Sand- oder KiesKörnern, die in einem bestimmten Mischungs-Verhältnis mit dem Bindemittel vermischt, zum wesentlichen Bestandteil der harten Estrichschicht werden.


Zusatzmittel

Zusatzmittel werden zur Optimierung der Bindemittel / Zuschlagstoff-Eigenschaften (Erhärtungs-Grad; Trocknungs-Verlauf) in die Baustoff-Mischung eingemischt.


Wasser = Klebstoff UND Lösemittel

zu wenig Wasser in der Estrich-Mischung lässt diese früher oder später zerfallen (unsicher werden).
zu viel Wasser in der Baustoff-Mischung lässt diese garnicht erst erhärten (unbrauchbar) .
Der 'passende' Wasser-Anteil (20/55-Ausgleichs-Feuchte-Wert - AFW) kann alles 'verbinden und zusammenhalten'.
Der 'zu viel' Wasser-Anteil will, und soll, aus der Estrich-Mischung verdampfen, BEVOR er durch Beschichtungen und Beläge am 'verschwinden behindert', und in der Zwischenschicht Estrich / Belag, zum Wasser-Dampf-DRUCK wird, der Alles zerstören kann ! (incl. Menschen, mit Schimmel und radioaktivem Radongas)

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Einbau-Feuchte

Die Wassermenge, die zur Herstellung einer Estrich-Mischung notwendig ist.


W/Z-Wert

Der Wasser/Zement-Wert gibt die Wassermenge an, die im Verhältnis zur Zementmenge in der Estrichmasse verarbeitet wird. (W/Z 0,55 =  1,000  kg Zement und 0,550 L Wasser)

Eine Estrichmasse mit niedrigem W/Z-Wert (<0,40) lässt sich oft schwerer verarbeiten als ein höherer W/Z-Wert.

Eine Estrichmasse mit höherem W/Z-Wert (>0,60) führt zu deutlich verlängerten Estrich-Trocknungszeiten !
(W/Z 0,60 >= 3 Monate  /  W/Z 0,70 >= 5 Monate)


Zement-Estrich - Mischungsverhältnis

Zuschlagstoff / Bindemittel
Oft angewandt :     Sandmischung 0-8 mm  :   Zement  :    Wasser
Gewichtsanteile :               5                     :        1      :      0,55


Wasser-Anspruch des Zementes

weitere Rest-Feuchte-Mengen hydratisieren abhängig von Zeit / Temperatur, und Luft-Feuchte-Gehalt, was auch 2.500 Jahre nach der Estrich-Herstellung zu einem weiteren Fortschreiten der Hydratation führen kann!

Je nach Zement-Qualität ist diese Wassermenge unterschiedlich groß. Aufgrund der Prozesswärme bei der Zementsteinbildung wird ~40 % der Anmachwassermenge in den ersten 5 Tagen kristallisiert. Weitere 20 % werden in den folgenden Monaten kristallisiert.

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"Freie" Wassermenge

ca. 30 % der Anmachwassermenge werden nicht zur Zementsteinbildung benötigt, und können gefährlich austrocknen wenn geringe Luftfeuchte in der Umgebungsluft vorherrscht.


Ausgleichs-Feuchte-Wert (AFW)

Die Wassermenge, die in der Estrichmasse bei bestimmten Luftfeuchte - und Luft-Temperatur-Verhältnissen verbleibt und nicht austrocknen will, solange sich diese Umgebungs-Bedingungen nicht ändern.
Der AFW (20°C / 55 % r.F.-Ausgleichs-Feuchtezustands-Wert beträgt 1,20 Gew.-% an einer Standard-Zement-Estrich-Mischung.
Der AFW (20°C / 55 % r.F.-Ausgleichs-Feuchtezustands-Wert beträgt 0,15 Gew.-% an einer Standard-FliessAnhydrit-Estrich-Mischung.


20/55-Ausgleichsfeuchte

ist die Wassermenge, die bei 20°C / 55 % r.F. (mitteleuropäisches Wohn-Klima) in der Estrichmasse verbleibt.
Beispiele :   15°C-Ausgleichsfeuchte   2,0 %
20°C-Ausgleichsfeuchte   1,5 %
25°C-Ausgleichsfeuchte   1,2 %
42°C-Basis-Feuchte-Wert (BFW)   0,0 %

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Normklima

ist der durchschnittliche Luftfeuchte - und Lufttemperatur-Zustand, der sich in bestimmten Regionen langfristig ergibt. In Deutschland geht man von 20°C bei 60 % relativer Luftfeuchte aus, die sich durchschnittlich einstellen. Für die Kalibrierung unserer Feuchte-Messgeräte haben wir das mittlere Wohnklima von 20°C bei 55 % r.F. zugrunde gelegt. Minimale Luftfeuchteverhältnisse können sich in den Monaten Januar bis März bei 30 % r.F. einstellen. Während dieser Periode trocknen Baustoffe am Besten !


Rest-Feuchte-Menge (RFM)

ist die Wassermenge, die ÜBER der Ausgleichsfeuchtemenge in der Estrichmasse vorliegt, und noch gefährlich werdend, verdampfen, austrocknen kann.


Beispiel

Feuchtemesswert = 2,0 %
Ausgleichsfeuchte = 1,5 %
Restfeuchte = 0,5 %


Beispiel Rest-Feuchte

Rest-Feuchte-Menge = 550g / 1 m² / 5-cm-Estrich !


Belege-Reife-Zustand (BRZ)

wird dann angenommen, wenn der gemessene Feuchte-Gehalt zwar ÜBER dem 20°C-Ausgleichsfeuchte-Wert liegt, aber gering genug ist, um Grundierung, Spachtelmasse, Klebstoff und Belags-Sorte noch nicht schädigen zu wollen.
Der BRZ für eine Estrichschicht wird dann angenommen, wenn die Beschichtungs- oder/und Belags-Art den Wasserdampf-Druck absorbieren kann, der aus der Rest-Feuchte-Menge verdampfen will.

Beispiel Wasser-Dampf-Druck-Entwicklung

Wenn in der Umgebung einer Estrich-Pore ein Temperatur-Anstieg um 2°C stattfindet, steigt der Wasserdampf / Luft-Druck in der Estrich-Pore um 0,02 %.


DNS-Denzel zeigt auf ihren Feuchte-Messgeräten und in den DNS-Belege-Reife-Listen nicht nur den, für den vor-Ort-Estrich zutreffenden, 20/55-Ausgleichsfeuchte-Wert(grün), sondern auch die Belege-Reife-Werte (gelber Bereich) für unterschiedliche Belags-Arten !

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