Wieviel Anmachwasser kann aus einem Estrich gefährlich werden ?

Experiment in Praxis und Theorie

8 unterschiedlich trocknende Estrich-Sorten

  • CEM-I
  • CEM-I + Beschleuniger KC10
  • CEM-II CEM-II + Beschleuniger KC10
  • A-38 Schnellzement
  • 42,5 R Beton-Zement
  • FliessAnhydrit F-50
  • Dyckerhoff-Anhydrit
  • wurden am 29.01.2011 mit
    4 unterschiedlichen Feuchte-Mess-Methoden

  • Messmethoden

    Darr-%

  • CM-%
  • rel.Feuchte-%
  • DNS-%

8 Sachverständigen aus

  • Bindemittel-Herstellung
  • Zusatzmittel-Herstellung
  • Estrich-Herstellung
  • Parkettleger
  • Fliesenleger
  • Bodenleger
  • Messgerät-Hersteller


geprüft, und auf Belege-Reife-Werte beurteilt.

Die Prüf-Ergebnisse zeigen große Unterschiede im Trocknungs-Verlauf, und im 20°C-Ausgleichsfeuchte-Wert konventioneller Zement-Estriche und "trocknungs-beschleunigter" Zement-Estriche.

Mit diesen Prüf-Ergebnissen wird bestätigt, dass 1 Grenzwert nicht für ALLE Zement-Estriche angenommen werden kann ! - 2,0 CM-% "passen" für KEINEN Zement-Estrich !

DNS-Denzel Feuchte-Messgeräte zeigen den unterschiedlichen Ausgleichsfeuchte-Wert für die meisten Estrich-Sorten, und mögliche Belege-Reife-Werte für unterschiedliche Belags-Arten.

Feuchteschaden am Bodenbelag ?

1,4 CM-%, die "gute Belege-Reife" vorgetäuscht haben, waren die Schadens-Ursache, weil man nicht wusste, dass der vor-Ort-Estrich auf 0,8 CM-% trocknen wollte!

IBF Estrich Trockungsergebnisse

(siehe auch IBF-Estrich-Trocknungs-Ergebnisse veröffentlicht in Fachtechnische Reihe Fussbodentechnik Heft 1/2010 "BEB / IBF Vergleichsuntersuchung an CEM-I und CEM-II Zementestrichen" Seite 8 Grafik 6)


660 g (0,6 %) gefährlich "freies" Anmachwasser in 1 m² / 5-cm-Estrichmasse, kann bei 20°C zu 38 m³ wasserdampf-gesättigter, hoch-alkalischer, Luftmasse verdampfen, die, entsprechend "verdichtet" (unter der Estrich-Oberfläche eingesperrt), langfristig jede Ausgleichs-Spachtelmasse, jeden Klebstoff, und jeden Bodenbelag zerstören wird !

(aus 20 m² Estrich kann dann 760 m³ wasserdampf-gesättigte Luftmasse entstehen)

(bei wasserdampf-gesättigter Luft trocknet NICHTS !) (auch der Estrich NICHT !)

(dieser Estrich trocknet erst dann, wenn er belegt und bewohnt wird !)

BelegreifeEs wird dringend angeraten, Gutachten, die über solche Schadensfälle erstellt werden, auf technischen Sachverhalt prüfen zu lassen, bevor diese dem sachkundigen Richter vorgestellt werden !

Was wäre eigentlich passiert, wenn der Bodenleger diesen Estrich bei "anerkannt, erlaubten" 2,0 CM-% belegt hätte ???

Zur Verhinderung von Feuchteschäden muss der Estrich "trocken" sein ! Trocken ist ein Estrich dann, wenn er im Nutzungs-Klima (20°C / 55 % r.F.) nicht mehr weitertrocknen will.

Ein Estrich will weitertrocknen, wenn er z.B. bei 18°C belegt, und mit 23°C beheizt wird ! (Das Lesen des Aufheiz-Protokolls zeigt wie unterschiedlich der Estrich getrocknet sein muss) (unterschiedliche Feuchte-Messergebnisse ? - NICHT Belegereif ! - Bedenken anmelden !)

Ein Estrich will weiter-trocknen, wenn er z.B. 30 Jahre nach dem Einbau einer Nutzungs-Änderung unterliegt, deren Temperatur von bisher 18°C auf 20°C ansteigt !