Der Bauherr bestimmt, wie viel Wasser noch gefährlich verdampfen wird !

Heiz-Estrich und künstliche Trocknung

Jeder Baustoff, der einer physikalischen Trocknung (von oben nach unten, bzw. aussen nach innen) unterliegt, und für ein "Normklima" entwickelt wurde, wird bei "un-normal" ansteigenden Temperaturen (meist >30°C) entweder beschädigt, oder erweicht, oder zerbrechen ! (Bindemittel "schrumpfen" und lösen sich vom Kieskorn).
Estrich-"Belege-Reif-Heizen" mit 20 bis 55°C, in einer Herstellungs-Periode (<30 Tage) in der die Estrichmasse noch nicht fest ist, wird nicht nur ein Gips-Bindemittel beschädigen, sondern auch Zement-Bindemittel "austreiben", bevor diese eine feste Estrich-Masse bilden können !

Gelegentlich wird das "Belege-Reif-Heizen" so früh, und mit der höchst-zulässigen Temperatur, betrieben, dass die "ausgetriebenen" Bindemittel sich an der Estrich-Oberfläche, (beim Verdampfen des Anmachwassers), ablagern, und eine zu feste, DICHTE, Schicht erzeugen, welche das weitere Verdampfen der Rest-Feuchte-Menge VERHINDERT !

Jede künstlich getrocknete Estrichschicht wird ungleichmäßig "trocknen" !
Ungleichmäßig trocken bedeutet: NICHT belegereif !

Belegereif heizen

Zwischen den Heizrohren (ab 5 cm seitlich davon) trocknet weniger Wasser aus, als direkt über den Heizrohren. Ab 10-cm-Abstand vom Heizrohr wird der Estrich zwar warm, aber das Rest-Anmachwasser wird nicht warm genug um zur Estrich-Oberfläche durchzudringen, und dort zu verdampfen.

Direkt über den Heizrohren wird jeder Tropfen Wasserdampf "ausgetrieben", weshalb der Estrich dort "trocken wie ein Schwamm" wird, und entsprechend vorhandene Luftfeuchtigkeit wie ein Schwamm aufnimmt - aber viel schlechter wieder abgibt !

Bei frühzeitigem Beheizen einer Estrichschicht wird noch nicht hydratisiertes Bindemittel an die Oberfläche transportiert, lagert sich dort ab während das Wasser verdampft, und bildet eine DICHTE Oberfläche, die nichts mehr verdampfen (austrocknen) läßt ! (Kapillarfluss-Abriss oder Trocknungs-Verstopfung !)

Syptome

Man sieht die Heizschlange in der Estrich-Oberfläche abgebildet. "Ausblühungen" lagern sich an der Estrich-Oberfläche ab.

Vorsicht

Die Estrichqualität (Festigkeit) ist dort geschwächt oder nicht mehr ausreichend. (Haftzugsprüfung)

Luft-Entfeuchtung

Erst trocknet die Decke, dann trocknen die Wände von oben nach unten, dann trocknet die Estrich-Oberfläche.

... während aus dem unteren Drittel der Estrichschicht nichts mehr austrocknen kann - bis richtig und dauerhaft beheizt wird !

Wenn in derselben Zeit eine gute Raumbelüftung (ab 1 Woche nach Estrich-Einbau zweimal täglich 10 Min. Durchzug) stattfindet, können 1.500 € pro Monat an falsch eingesetzter Energie eingespart werden !

Versuchs-Anordnungen und Auswertungen können im DNS-Estrich-Prüflabor eingesehen werden.

Fazit

An künstlich getrockneten Estrichflächen werden sehr unterschiedliche Restfeuchtegehalte gemessen,
die eine Beurteilung der Belegereife NICHT zulassen !

EINE CM-Messung an einem künstlich getrockneten Heiz-Estrich kann eine Beurteilung der Belegereife IN KEINEM FALL ERMÖGLICHEN !

Wenn der Bauherr die Fussbodenheizung nur wenige Tage höher als 20°C einstellt, können bei 1,8 CM-%-"Belegereife" noch 2.070 Gramm "freies" Anmachwasser aus 1 m² / 5-cm-dicker Estrichschicht verdampfen wollen, und entsprechende Feuchteschäden verursachen, was man regelmäßig im Frühjahr in den Fachzeitschriften nachlesen kann !

Empfehlung

DNS-Belegereife-ListenUm Heiz-Estriche nicht vorzeitig zu "zermürben", soll die Fussboden-Heizung bei 20°C betrieben werden, und regelmäßig die Raumluft getauscht werden.

Beheizbare Estriche sollen ERST NACH ERREICHEN DER BELEGEREIFE einmal über 3 Tage mit langsam ansteigenden Temperaturen bis zur Heizleistungs-Obergrenze auf- und abgeheizt werden, damit die Oberflächen-nahe Restfeuchte verdampfen kann. Dann erst soll der Bodenbelag verlegt werden (siehe DNS-Belegereife-Liste).

Ein TROCKENER Estrich ist die beste Basis für menschliches Leben ! ... aber er braucht ZEIT zum trocknen !

Schnelle Trocknung zerstört die Baustoff-Qualität nicht nur an zu früh belüftetem Beton !